


Wer sich auf der EINFACH.VAN Website etwas umgeschaut hat, weiß, dass ich meine Fahrzeuge immer selbst ausgebaut habe – und dass daraus schließlich auch die Idee für EINFACH.VAN entstanden ist.
In diesem Artikel teile ich meine Erfahrungen aus über 20 Jahren Camperausbau und gehe auf einige Punkte ein, die man vor der Entscheidung für einen DIY-Ausbau bedenken sollte – und welche Alternativen es geben kann.
Früher oder später kommen viele an den Punkt, an dem sie sich fragen:
Camper kaufen oder selbst ausbauen?
Der DIY-Ausbau wirkt oft verlockend.
Man kann den Van genau nach den eigenen Vorstellungen gestalten – und spart vielleicht sogar Geld.
Gleichzeitig wird häufig unterschätzt, wie viel Zeit, Planung und Arbeit tatsächlich in einem Vanausbau steckt.
Beim Ausbau meines ersten Campers war ich noch im Architekturstudium. Das brachte einige Vorteile mit sich.
Ich konnte mit CAD arbeiten, hatte gelernt zu entwerfen und Ideen umzusetzen und kannte mich bereits mit verschiedenen Materialien aus. Außerdem verfügte meine Hochschule über gut ausgestattete Werkstätten für Holz, Metall und Kunststoff.
Das sind natürlich ideale Voraussetzungen.
Und keine Frage:
Es macht großen Spaß, seinen eigenen Camper auszubauen. Man lernt unglaublich viel und erwirbt Fähigkeiten und Wissen, das einen oft ein Leben lang begleitet.
Aber lohnt sich der Selbstausbau auch dann, wenn einem genau dieser Prozess gar nicht so wichtig ist?
Grundsätzlich kann natürlich jeder einen DIY-Camperausbau hinbekommen – keine Frage.
Unter Architekten sagt man gerne:
„Das erste Haus baust du für deinen Feind, das zweite für deinen Freund und das dritte für dich selbst.“
Damit ist gemeint: Beim ersten Projekt fehlt zwangsläufig Erfahrung. Man macht mehr Fehler, braucht länger und verursacht oft höhere Kosten.
Das verhält sich beim Vanausbau ganz ähnlich.
Mit jedem Projekt lernt man dazu – aber der erste Ausbau ist fast immer auch ein großer Lernprozess.
Die meisten Materialien für einen DIY-Ausbau sind heute auch für Privatpersonen gut verfügbar.
Die richtige Materialwahl ist jedoch einer der entscheidenden Punkte beim Vanausbau.
Unterkonstruktion, Dämmung, Wand- und Deckenverkleidung, Boden und Möbelmaterial sollten sorgfältig ausgewählt werden. Gewicht, Stabilität, Feuchtigkeit und Verarbeitung spielen dabei eine große Rolle.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen:
An der ein oder anderen Stelle habe ich hier durchaus Lehrgeld bezahlt.
Mit der Zeit lernt man sehr schnell, was in einem Fahrzeug funktioniert – und was eben nicht.
In ein DIY-Projekt fließen schnell mehrere hundert Stunden Arbeit.
Neben der reinen Bauzeit sollte man auch den Aufwand für Recherche, Planung und Materialbeschaffung nicht unterschätzen.
Allein deshalb sollte einem der Ausbau wirklich Spaß machen. Es braucht Geduld und Durchhaltevermögen – besonders dann, wenn man ein Bauteil zum dritten Mal überarbeitet.
Wenn der Ausbau eher als notwendiger Zwischenschritt zum Reisen empfunden wird, kann sich der Zeitaufwand schnell wie verlorene Zeit anfühlen.
In solchen Fällen kann ein professioneller Ausbau durchaus sinnvoller sein.
Für einen Ausbau braucht man eine ganze Reihe an Werkzeugen.
Neben den Anschaffungskosten spielen auch Pflege und Lagerung eine Rolle. Wirklich lohnen tun sich viele Werkzeuge nur, wenn man sie später noch öfter verwendet.
Außerdem gilt:
Minderwertiges Werkzeug macht selten Spaß und führt meist auch nicht zu den gewünschten Ergebnissen.
Auch der Platz spielt eine wichtige Rolle.
Nicht jeder hat Zugang zu einer Werkstatt oder ausreichend Raum für ein größeres Projekt. Einige meiner Ausbauten sind tatsächlich auf dem Hof unter freiem Himmel entstanden.
Das kann funktionieren – bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Mehrere Tage Regen können die Planung schnell durcheinanderbringen.
Viele Arbeiten finden zwar direkt im Fahrzeug statt, aber ein geschützter Arbeitsplatz erleichtert vieles.
Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Menschen für einen Selbstausbau entscheiden.
Oft liegt es daran, dass das gewünschte Design oder Layout auf dem Markt nicht verfügbar ist. Manchmal reicht auch das Budget für ein bestimmtes Modell nicht aus.
Ein DIY-Ausbau ermöglicht maximale Freiheit bei der Gestaltung und kann ein sehr persönliches Projekt sein.
Gleichzeitig ist er aber auch mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Und nicht selten werden Projekte auch abgebrochen – der Van wird verkauft, bevor man überhaupt damit unterwegs gewesen ist.
Genau an diesem Punkt entstand die Idee zu EINFACH.VAN.
Der Ausbau ist bewusst einfach, robust und funktional aufgebaut. Das System ist offen und flexibel gedacht und kann auch als Grundlage für eigene Erweiterungen dienen.
So entsteht ein Camper, der sofort funktioniert – und gleichzeitig Raum für eigene Ideen lässt.
Wenn ihr gerade selbst über einen DIY-Ausbau nachdenkt oder bereits eigene Erfahrungen gemacht habt, schreibt sie gerne in die Kommentare.
Mich interessiert immer, welche Lösungen andere gefunden haben.